Welche Möglichkeiten bietet Saisonarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

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Saisonale Arbeit hilft Arbeitgebern bei der Bewältigung eines temporär besonders hohen Arbeitsaufkommens und ermöglicht Saisonarbeitern die Erzielung zusätzlicher Einkünfte.

Das Instrument der saisonalen Arbeit kann sowohl für Beschäftigungen im gewerblichen Bereich als auch für Tätigkeiten in Privathaushalten genutzt werden. Besonders häufig ist Saisonarbeit allerdings in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau (zum Beispiel Erntehelfer) sowie in Gastronomie und Hotellerie.

Saisonjobs: Befreiung von der Sozialversicherungspflicht

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind bei Saisonarbeitsverhältnissen von der Pflicht zur Entrichtung von Sozialabgaben befreit. Es müssen also beispielsweise bei Saisonjobs in der Landwirtschaft keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung gezahlt werden. Rechtliche Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen einer „geringfügigen Beschäftigung“ (auch: „Minijob“).

Geringfügige Beschäftigung

„Geringfügige Beschäftigung“ bei Saisonjobs bedeutet, dass entweder eine bestimmte Verdienstgrenze oder eine bestimmte Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht überschritten wird.

Alternative 1: Begrenzung des monatlichen Arbeitsentgelts

Eine geringfügige Beschäftigung liegt einerseits vor, wenn das monatliche Arbeitsentgelt höchstens 450 Euro beträgt. Dies gilt unabhängig von der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und unabhängig von der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit.

Alternative 2: Begrenzung der Dauer des Arbeitsverhältnisses

Die Voraussetzungen einer „geringfügiger Beschäftigung“ etwa als Erntehelfer sind auch bei einer sogenannten „kurzfristigen Beschäftigung“ erfüllt. Kurzfristige Beschäftigung bedeutet, dass Saisonjobs in der Landwirtschaft oder in der Gastronomie arbeitszeitlich begrenzt sind

  • entweder auf eine Beschäftigungsdauer von maximal drei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres, wenn der Saisonarbeiter mindestens fünf Tage wöchentlich arbeitet
  • oder auf maximal 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres, wenn der Saisonarbeiter weniger als fünf Tage wöchentlich arbeitet.

Auf die Höhe des Arbeitsentgeltes kommt es bei saisonaler Arbeit in Form einer kurzfristigen Beschäftigung nicht an. Der Saisonarbeiter kann also ein Arbeitsentgelt in beliebiger Höhe beziehen, ohne dass für ihn oder seinen Arbeitgeber eine Sozialabgabenpflicht entsteht.

Die genannten Zeitgrenzen gelten

  • für alle kurzfristigen Saison-Arbeitsverhältnisse innerhalb eines bestimmten Kalenderjahres sowie
  • für Kalenderjahr-übergreifende Saison-Arbeitsverhältnisse, die auf drei Monate beziehungsweise 70 Tage befristet sind.

Wichtiger Hinweis für „kurzfristige Beschäftigungen“

  • Die zeitliche Limitierung der Saisonbeschäftigung (drei Monate oder 70 Tage) muss bereits im Arbeitsvertrag vereinbart werden.
  • Eine „kurzfristige Beschäftigung“ liegt sozialversicherungsrechtlich ab genau dem Zeitpunkt nicht mehr vor, zu dem ein Arbeitgeber erkennt, dass der Arbeitszeitraum eines Saisonarbeiters die Zeitgrenze von drei Monaten beziehungsweise 70 Tagen überschreiten wird.

Bei „berufsmäßiger“ Saisonbeschäftigung keine Befreiung von der Sozialversicherungspflicht

Wenn Arbeitnehmer ihre Saisonjobs „berufsmäßig“ ausüben, dann gelten solche Tätigkeiten nicht mehr als kurzfristige geringfügige Beschäftigung, die von der Sozialversicherungspflicht befreit ist. Bei „berufsmäßiger“ Saisonbeschäftigung sind daher Sozialabgaben zu entrichten.

„Berufsmäßigkeit“ wird angenommen, wenn die Saisonarbeit für den Beschäftigten in wirtschaftlicher Hinsicht nicht nur von untergeordneter Bedeutung ist, sondern der Sicherung des Lebensunterhalts dient.

Wenn ein Saisonarbeiter die saisonale Tätigkeit jedoch neben einem (selbständigen oder unselbständigen) Hauptberuf ausübt, dann gilt die saisonale Arbeit grundsätzlich als nicht berufsmäßig. In diesem Fall besteht für das Saison-Arbeitsverhältnis keine Sozialversicherungspflicht.

Welche Möglichkeiten bietet Saisonarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

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